Neuroleptika gehören in den Giftschrank !!!

Heidi S. und ihre Familie ist schockiert. Schon zum zweiten Mal musste sie mitansehen, wie ihre Mutter (Frau P) jeder Lebensfreude und Energie beraubt wurde, nach nur wenigen Wochen Behandlung mit Neuroleptika (Haldol, Risperdon, Melperon).  Die Wirkung und die Haltung der Ärzte waren so krass, dass die Tochter 2010 spontan beschlossen hatte, ihre Eltern aus dem Einflussbereich dieser Ärzte zu retten und sie bei sich aufzunehmen.  Natürlich in Absprache mit ihrem Mann und den Kinder sowie ihren Geschwistern.

tischtennisIm Dezember 2009 spielte die 77 jährige Oma noch reaktionsschnell mit den Enkeln Tischtennis, wie Fotos  zeigt. Nach Einnahme verschiedener Pschychopharmaka, brach sie Ende Februar 2010 zusammen, war im Krankenhaus, dann in Kurzzeitpflege.

„Als sie wieder zu Hause war und wir die Medikamente abgesetzt hatten, konnte sie aber nicht sofort wieder laufen. Deshalb hatte ich Urlaub genommen und blieb erst einmal bei meinen Eltern, bis ich sie nach Dresden mitnahm (mußte ja wieder arbeiten gehen). Meine Mutter tat das, was jeder normale Mensch macht, irgendwann vom Bett aufstehen. Nur sackte sie nach wenigen Schritten zusammen und sie verstand nicht, woher das kam. Ich zuerst ja auch nicht, bis ich immer mehr über diese Medikamente recherchierte, die ja als „nur Beruhigungsmittel“ deklariert wurden. Heute weiss ich, ein paar Baldriantropfen zum Schlafen hätten es sicher auch getan. Ich bin heute ja froh, dass die Nebenwirkungen damals überhaupt und allmählich verschwanden und meine Mutter nach Wochen wieder laufen konnte!  Meine Mutter verstand nicht, wieso sie nicht laufen konnte ( „ich werde noch verrückt“) und wieso sie zunächst immer Hilfe brauchte. Sie hatte ja den Gedanken im Kopf, dass ihr im Krankenhaus geholfen wurde und wieso ging jetzt nichts mehr? Sie kämpfte mit sich (zum Glück) und kam so allmählich wieder auf die Beine. Und sie tat sehr viel dafür! Und das blieb bis 2015 so!“,  schreibt Heidi S.

Lesen Sie hier den im Februar 2011 verfassten ausführlichen Bericht: Medikamente instinktiv abgesetzt.  
Nachdem alle Medikamene abgesetzt waren und durch den Umzug zur Tochter bedingt, familiäre Unterstützung gegeben war, erholte sich Frau P zusehends.  Schon 2011 konnte sie wieder vieles selbst, so dass die Pflegestufe von III auf I zurückgestuft wurde.   Bei dieser Gelegenheit lernte die Tochter ihren Vater von seiner problematischen Seite kennen.   Seine Haltung sei hier leider sehr ambivalent, schrieb sie.  Schon des  Pflegegeldes wegen, war es ihm nicht recht, dass Mutter wieder selbstständig wurde.  Außerdem hatte die Hilflosigkeit (Diagnose Demenz) seiner Frau für ihn den Vorteil, dass er über ihren Tagesablauf bestimmen konnte.  Je klarer und selbstbewusster   Frau P wurde, desto schwieriger wurde es für ihren Mann, damit umzugehen.   Ähnliches kann man übrigens häufig beobachten.  Auch  Bauer und Kroppiunig hatten, unabhängig von einander,  in Studien einen Zusammenhang zwischen Stress im häuslichen Umfeld und dem Auftreten demenzieller Symptome festgestellt.  Diese Studien bestätigen, was im Grunde jeder feststellt, der sich für die Biographie und Eigenschaften eines angeblich Alzheimerkranken interessiert, bevor dieser Demenzsymptome entwickelte.

Anstatt, wie es die Medizin bisher tut mit Tabletten zu reagieren und dadurch die Demenzentwicklung zu verstärken,  könnte gezielte psycho-soziale Unterstützung die Gefahr bannen und die Lage für alle Beteiligten verbessern. 

Erfahren Sie wie es weiterging mit der Mutter von Heidi S, nachdem diese fast wieder so fit wurde wie sie vor der medikamentösen Schädigung  war.    Im Sommer 2015 geriet sie erneut in ärztliche Behandlung.  Der Vater  hatte sie  zu seiner Hausärztin mitgenommen.  Diese verordnete zwar kein Neuroleptikum, sondern bei älteren Menschen gängige  Herzkreislaufmittel (Pentalong und Lercanidipin zur Gefäßerweiterung,  Ramipril zur Blutdrucksenkung und Disalumil, ein Diuretikum).  Unter dieser Behandlung verschlechterte sich ihr Zustand insgesamt (zu niedriger Blutdruck, Müdigkeit, Flüssigkeitsmangel, Schwindel, Gangunsicherheit….).  Schließlich stürzte sie und musste mit Oberschenkenhalsfraktur ins Krankenhaus. Trotz gut überstandener Operation wurde sie jedoch binnen weniger Wochen zum kompletten Pflegefall, einschließlich Dekubitus und Gelenkversteifungen. Mit  Pflegestufe III kam sie anschließend in Kurzzeitpflege (dort entstand das nachfolgende Foto)  Eine Zeit, die sie nur überlebt hat, weil ihre Tochter täglich mehrere Stunden bei ihr war und ihr Essen und Trinken angereicht hat.  Jetzt ist sie wieder zu Hause, wo man sie zurück zu holen versucht ins Leben. Weitere Fotos und einen ausführlichen Bericht siehe:   Teil 2-instinktiv-medikamente-abgesetzt

„Neuroleptika sind eine mächtige Waffe, die die Leute völlig wehrlos macht!“

renp-inkurzzeitpflegeSo drückte ein Pfleger seine Erfahrungen mit diesen Mitteln aus.  Obschon eigentlich alle Ärzte und Pflegekräfte wissen müssten, was sie ihren Patienten antun, wenn sie diese „pharmakologische Zwangsjacke“ verordnen/verabreichen,  werden Neuroleptika  gerade in der Altersmedizin tonnenweise eingesetzt.  Jeder zweite Bewohner eines Pflegeheims erhält mindestens ein Neuroleptikum.  Wer als Heimbewohner  unangepasstes Verhalten zeigt, sich gegen Bevormundung und anderes zur Wehr setzt oder seiner Angst und Stress  an unpassender Stelle Luft macht, wird sogleich in die nächstbeste Gerontopsychiatrie eingeliefert. Zur medikamentösen „Einstellung“ mit Neuroleptika.  Ziel dieser Einstellung ist es, eine Dosierung zu finden, bei der der Mensch tagsüber wach ist, jedoch ohne Gefühlsausbrüche alles über sich ergehen lässt, und nachts problemlos im Bett bleibt.  Diese  medikamentöse Anpassung von Pflegebedürftigen an die Abläufe und Strukturen ist landauf, landab Standard in Deutschland und darüber hinaus.

Der Pflege-Selbsthilfeverband ist die einzige Organisation im Gesundheitswesen, die sich darüber aufregt.  Alle übrigen schweigen oder ziehen sich hinter Entschuldigungen zurück,wie: es gebe keine Alternative, wenn Pflege nicht noch viel teurer werden soll.  Auch in Einrichtungen von Caritas und  Diakonie, werden Patienten/Bewohner medikamentös angepasst, wenn sie die Abläufe stören.  Wäre medikamentöse Einstellung nicht üblich, könnte unmöglich eine Nachtwache alleine mit im Schnitt 50 Bewohnern klar kommen.  Auch in den Krankenhäusern und Kliniken  fehlt das Personal, um verwirrte alte Menschen in kritischen Situation zu begleiten.  Es fehlt auch deshalb, weil sich Ärzte und Schwestern kein  Gewissen daraus machen, rasch in den Medikamentenschrank zu greifen, und den Hilferufer zum Schweigen zu bringen.  Diese Form der Behandlung wird als normal angesehen.

Die Praxis der Ruhigstellung  war mein persönlicher Hauptgrund zur Gründung des Pflege-SHV,  sie ist bis heute unser  Brennpunktthema Nummero Eins.

Im Zuge der weiteren Personalverknappung in der Pflege, muss man davon ausgehen, dass gerade im Umgang mit alten Menschen die nach Orientierung suchen,  verstärkt chemische Gewalt eingesetzt wird.  Längst hat sich hier ein Teufelskreis etabliert,  den wir mit unserer  Initiative: Irrweg – Alzheimer, zu durchbrechen versuchen.

Neuroleptika erzeugen und verstärken Demenz-Symptome !

Wer die auf unseren Internetseiten dokumentierten Berichte liest, kann im Grunde nur bestätigen, was wir fordern: Neuroleptika gehören in den Giftschrank! Das heißt unter strenge medizinische Indikation gestellt.  Es darf nicht länger erlaubt bleiben, dass diese „Seelenfesseln“ wie  Blutdrucksenker fast jedem älteren Menschen  verschrieben werden, gegen Unruhe und gegen unangepasstes Verhalten.  Frau P hatte noch Glück. Sie hatte eine Tochter, die sie herausholen konnte.  Wer keine Angehörige hat, die sich nach Feststellung der schädlichen Wirkung stark machen, dass die Mittel abgesetzt werden, endet wie die Mehrzahl der sogenannten Alzheimerkranken, in vollständiger geistiger Umnachtung und Apathie.  Es sind die Medikamente, vor allem Neuroleptika, die die entwürdigenden Bilder und Siechtumsprozesse am Ende einer vermeintlichen Alzheimerkrankheit hervorrufen.

Dokumente neuroleptisch erzeugten Leidens – 2005 bis heute:

Wie Medizin und Pflege den Kranken kränker macht.
Mit den beiden Fällen in diesem Vortrag versuche ich bereits seit 2005  auf die Problematik aufmerksam zu machen. Bis heute leider mit wenig Erfolg. Was diese beiden Frauen erleiden mussten, erleiden täglich zigtausende Menschen in deutschen Heimen und Krankenhäusern.

Chronik heimlicher Sedierung
Walter Mette  hat die an seiner Frau erlebte Praxis heimlicher Sedierung beschrieben und gegen Ärzte sowie das Heim Strafanzeige erstattet. In ähnlicher Weise dürfte das in den allermeisten Heimen ablaufen. Darum raten wir Angehörigen, Veränderungen zu beobachten und sofort zu reagieren. Rechtsverstöße dieser Art passieren vor allem deshalb, weil viel zu selten Anstoß genommen wird.   Sehen Sie hier den Filmbeitrag zum Fall: Rechtlos und ausgeliefert

Mutter muss hier raus
Seit Ende 2009 kämpft Ute G für die Förderung und Erhaltung der Fähigkeiten ihrer an Demenz erkrankten Mutter und gegen die Beruhigung mit Neuroleptika.  Sie kämpft gegen eine in die gegenteilige Richtung zielende Haltung ihres Vaters, des Heimes, des MDK, der Heimaufsicht und nicht zuletzt der Betreuerin.  Ihre Mutter hatte keine Chance. Sie befindet sich seit 2011 in einem Zustand, in dem sie keine Hilfe mehr erbitten kann. Sie spricht nicht mehr, sie erkennt niemanden mehr, sie ißt und trinkt nur wenn ihr jemand den Becher reicht.  Als sie leben wollte, durfte sie nicht. Jetzt wird sie, solange als möglich in der Pflegestufe III versorgt.   

Teure Fehlbehandlung
Nach 8 Wochen Klinikaufenthalt und Behandlung mit Neuroleptika  konnte Herr O kaum noch ohne Hilfe einen Schritt vor den anderen setzen.  Da seine Frau diesen Zustand, der eindeutig auf die Medikation zurückzuführen war, nicht akzeptieren konnte,  suchte sie einen Arzt der bereit war, diese Medikamente auszuschleichen.

Heute war Mutter wieder total abgeschossen

Hör auf zu schreien, sonst kommts du wieder in die Klinik

Wenn statt Zuwendung Medikamente gereicht werden

Weitere Beispiele dieser Grausamkeiten auf Krankenschein finden Sie  an verschiedenen Stellen auf unseren Internetseiten.

 

Empfehlenswerte Filmbeiträge und Literatur

Einen  guten Überblick bietet dieser Filmbeitrag: Die Seele zerstören ,  von Dr. Peter Breggin u.A.

Wer wissen will, wie es zu dem Siegeszug der Neuroleptika (bezogen auf die jährlichen Umsatzrekorde) seit den 60iger Jahren kommen konnte, dem sei dieser  Beitrag auf 3SAT empfohlen:  Wirkprinzip von Neuroleptika

Dieser ARD-Beitrag vom November 2015, zeigt vor allem die Spätfolgen. Wenn Neuroleptika das Gehirn schrumpfen lassen.

Viele Neuroleptika aber auch Arzneimittel  die gerade älteren Menschen verordnet werden, beinhalten Anticholinergika, Wirkstoffe die die Ausschüttung von Acethylcolin hemmen.  Das auch diese Wirkstoffe Gift fürs Gehirn sind, zeigt ein NDR Beitrag im August 2016.

Nach Recherchen von Europas bekanntestem Pharma-Kritiker, Prof. Peter Gotzsche, sind  Medikamente die dritthäufigste Todesursache.  Zum Beispiel drüfte nach seinen Berechnungen alleine das Neuroleptikum  Zypprexa  weltweit etwa  200.000 Todesfälle verursacht haben.

In Deutschland sind es vor allem  Josef Zehentbauer und der  Peter Lehmann,  die seit den achtziger Jahren  gegen den gefährlichen Einsatz von  Neuroleptika und Psychopharmaka anschreiben.  Darüber hinaus stehen sie für eine Antipsychiatriebewegung.  In ihren Büchern geht es jedoch auch um Alternativen.  So beschreibt  der Arzt  Josef Zehentbauer  in seinem Bestseller: Chemie für die Seele, alternative Heilmethoden, die sich gut auch in der Altersmedizin einsetzen ließen.    Er ist einer der ersten, der die Aktivierung  der Körpereigenen Drogen,  als Heilmethode beschreibt und in seinem gleichnamigen Buch auf die ungenutzten Fähigkeiten unseres Gehirns hinweist.

Peter Lehmann  ist mir eine Begriff sei Erscheinen seiner mutigen Aufklärungsschrift:  Der Chemische Knebel. Warum Psychiater Neuroleptika verabreichen.  Es gibt nur wenige Sachbücher in meinem Schrank, die gleichermaßen viele Unterstreichungen und Randnotizen aufweisen wie dieses.  Man bedenke, als dieses Buch erschien, gab es noch kein Internet.  Für mich war das Buch   ein Augenöffner.  Denn exakt die Symptome, die Lehmann als Wirkung von Neuroleptika beschrieb, hatte ich bei Patienten vielfach beobachtet.   Medikamente die solche fürchterlichen Veränderungen hervorrufen, darf man nicht verabreichen. Zum Glück war ich damals schon nicht mehr in der direkten Pflege auf einer Station tätig, ansonsten hätte ich mich jedesmal mit den Ärzten anlegen müssen oder die Verabreichung dieser Mittel verweigert.

 

Ergänzungen und Nachträge zu diesem Beitrag

APRIL 2017: Der Pflege-Report 2017 – bestätigt was seit Jahrzehnten bekannt ist, dass in deutschen Heimen jeder zweite Heimbewohner mit Demenz, Neuroleptika erhält und dies über Monate und Jahre. Lesen Sie dazu diesen Beitrag 

 

1 Kommentar

  1. Danke für die Aufklärung. Ihr Bericht sollte allen zugängig gemacht werden, die mit älteren Menschen zu tun haben, damit endlich ein menschlicher Umgang mit unseren Senioren eintritt.

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