Die Diagnose ist eine absolute Beleidigung

Mit diesen Worten wird eine 73-Jährige pensionierte Lehrerin in einem Journalbeitrag der Rheinzeitung vom 20.Februar 2016 zitiert, die erst kürzlich mit der Diagnose Demenz konfrontiert wurde und an einem Kunstprojekt mit Namen Artemis  teilnimmt.   Sie sei die mit Abstand geistig fitteste Teilnehmerin. Jedoch stünde ihr der Kopf nicht danach Bilder zu malen oder Gemälde zu kommentieren, wie sie erklärt. Die Vorstellung, demnächst wohl auch, wie andere in der Gruppe, keine Worte mehr zu haben für das was sie sieht, mache ihr schwer zu schaffen. Wörtlich erklärt sie:    „Die Tatsache, dass ich dabei bin, meinen Verstand zu verlieren, war für mich fürchterlich. Ich habe mein ganzes Leben mit dem Kopf gearbeitet.  Die Diagnose ist eine absolute Beleidigung!“

Einem Menschen zu attestieren, den Verstand unaufhaltsam zu verlieren,  ist mehr als eine Beleidigung.  Es ist eine unheilvolle Prophezeiung, die sich erfüllen wird, solange die etablierte Fachwelt keine Chance auf  Heilung in Aussicht stellt.  

„Auch wenn sich keiner der Teilnehmer der Illusion hingibt, Kunst könne gegen Demenz helfen, so sagen doch alle: Wir haben profitiert.  Die Tochter von Erna M. berichtet, dass ihre Mutter zwar am Abend nach den „Artemis“ Tagen erschöpft ist, „am nächsten Tag aber ist sie ziemlich wach und klar.“, berichtet die Journalistin Sandra Trauner.   Anstatt hier  offensichtliche Verbesserungen als Ansatzpunkte für eine Stabilisierung zu sehen,  lassen Fachleute nicht einmal die Illusion zu, dass dies passieren kann. Wer diese Diagnose hat, ist in den Augen der Ärzte ein hoffnungsloser Fall.  Genau diese Hoffnungslosigkeit übertragen sie.  Kein Wunder, dass es bei derart vernichtenden Aussichten, nur ganz wenige Menschen gibt, die aus dem Teufelskreis herauskommen und sich entgegen aller Vorhersagen, Orientierung und Selbstständigkeit zurückgewinnen oder wenigstens vor dem weiteren Absturz bewahrt bleiben.

So zum Beispiel diese Frau aus Dresden, die Ärzte und Pflegefachleute dem hoffnungslosen Verfall preisgegeben hatten.  Ihre Tochter wollte das nicht akzeptieren. Intuitiv setzte sie alle Medikamente bei der Mutter ab und holte die Eltern heraus aus der krankmachenden  Häuslichkeit.   Schon nach wenigen Monaten konnte diese Frau wieder orientiert und aktiv am Leben teilnehmen, ohne dass es zu einem Rückfall kam.

Noch in den siebziger  Jahren war es unüblich, Patienten mit Diagnosen zu konfrontieren, für die die Medizin keine Heilmittel kannte. Der Arzt bestellte die nächsten Angehörigen zum Gespräch, um diesen den „bösartigen Befund“ zu überbringen. Der Patient sollte davon nach Möglichkeit nicht erfahren, damit er eben gerade nicht in Panik (Todesangst) gerät und den Lebensmut verliert. Viele Patienten ahnten zwar, dass ihnen der wahre Grund für die permanente Verschlechterung des Zustands verheimlicht wurde. Statt einer ehrlichen Antwort ersannen Ärzte, Schwestern und Angehörige jedoch in aller Regel andere Erklärungen.  Hinter dieser  Form der gutgemeinten Verheimlichung stand neben der Sorge vor der krankmachenden Reaktion bei Überbringung der schlimmen Diagnose, das Prinzip Hoffnung.  Alle berühmten Ärzte früherer Kulturen wussten, dass der Glaube die unglaublichsten Heilungen hervorrufen kann.  Aktuell erscheinen in regelmäßigen Abständen Studien die den  Placeboeffekt sogar per CT nachweisen konnten.  Wo der Arzt mit seiner Kunst am Ende ist, sollte er dennoch dem Kranken nie die Hoffnung nehmen, hat Hippokrates gelehrt. Von ihm stammt außerdem: „Heilen oder wenigsten nicht schaden.“

Noch gut erinnere ich mich an die Pro und Contra Diskussionen zur Frage der Wahrheit am Krankenbett, Anfang der 80iger Jahre. Angeregt wurde diese vor allem von der Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross, die  für eine ehrliche Kommunikation mit Kranken plädierte, womit sie jedoch nicht meinte, dass Ärzte in der heute oft erlebten Weise jedem Kranken seine Diagnose vor den Kopf knallen. Vielmehr setzte sich sie für Gesprächsführungskurse ein, in denen Ärzte und Pflegekräfte unter anderem lernen, zu erkennen wann der richtige Zeitpunkt ist, wie schwierige Nachrichten überbracht werden können und worauf bei der anschließenden Begleitung der Patienten geachtet werden muss.  Heute wird die Diagnose Krebs nur noch in wenigen Fällen mit einem Todesurteil gleich gesetzt. Denn die Heilungsraten  liegen zwischen 5 und 80% je nach Krebsart, Stadium und anderen Umständen.

Wenn wir bedenken, dass es sich bei  Alzheimer nicht einmal um eine pathologisch nachweisbare Diagnose handelt, sondern um ein Konstrukt, ersonnen um die  Klassifizierung  und Abrechnung mit den Kassen zu erleichtern,  dann ist die medizinische Prognose der Unheilbarkeit ein Hauptübel, das an erster Stelle behoben werden muss.

Alzheimer  erwarten macht krank, so auch das Ergebnis dieser amerikanischen Studie von 2015: alzheimer-erwarten-macht-krank_culture-brain-link-

 

Unser Rat an dieser Stelle:

Meide Fachleute, die Alzheimer für unheilbar halten.
Suche solche,  die dir helfen den Kopf wieder klar zu bekommen.

  1. Nimm die ersten Anzeichen kognitiver Beeinträchtigung ernst und suche nach möglichen Gründen, die abgestellt oder abgefangen werden können, wie: Zuspitzung einer unerträglichen Situation, Verlusterlebnis, Gefühl der Wertlosigkeit, Einsamkeit, Angst, häufig indem frühere Angsterlebnisse hochkommen (Kriegsgeneration).
  2. Achte  auf eine gesunde Ernährung und Lebensführung!
  3. Suche und pflege soziale Kontakte und mach  dich nützlich!
  4. Vorsicht bei Medikamenten: Meide Medikamente bzw. Drogen die auf Dauer abhängig machen und die Wahrnehmung beeinträchtigen.

 

2 Kommentare

  1. Dir Artikel der Frau aus Dresden hat mich schockiert und gleichzeitig bestätigt er mich in meiner Handlung, meine 93jährige Mutter, die seit Ende Januar 2017 im Heim lebt, wieder in ihre alte Wohnung zu bringen. Ihr wurde zwar nur senile Demenz diagnostiziert, aber der Wechsel ins Heim brachte erhebliche „Verwirrung“, so dass sie eigenmächtig das Heim verließ um wieder nach Hause zu gehen. Folglich wurde ihr Hinlauftendenz bescheinigt, die mit Medikamenten gestoppt werden sollte. Dieses konnte ich verhindern. Über Alternativen wurde vom Heim nicht nachgedacht. Zwischenzeitlich bekam sie Pipamperon, weil sie im Hause herumgelaufen ist. Nachdem meine Brüder und ich wieder mit meiner Mutter zum Kaffee trinken fahren, mit ihr spazieren gehen und sie auch wieder normale Menschen sieht und nicht nur die in der Wohngruppe mit leicht Dementen, hat sich ihr Zustand gebessert. Eine individuelle Betreuung im Heim findet nicht statt. Es gibt allerdings die Standardangebote wie Singen von Volksliedern, Gymnastik im Sitzen, Gedächtnistraining etc. an denen sie mehr oder weniger gern teilnimmt. Es fehlen ihr richtige sinnvolle Tätigkeiten. Trotzdem werde ich nicht verhindern können, dass sie ihr Kurzzeitgedächtnis mehr und mehr im Stich lässt.

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