Mit Wertschätzung und Empathie

Heidrun Mildner hat ein Herz für Menschen mit Demenz. Für sie ist die Beschäftigung mit diesen keine lästige Pflicht, sondern eine Herzensangelegenheit.  Seit sie ihre Mutter begleitet hat, lässt sie das Thema nicht mehr los.  Vermutlich gelingt es ihr besser als anderen, empathischen Zugang zu finden und über positive Bestätigung zu kommunizieren.  Wo andere Angehörige oder Pflegekräfte keine Alternative zu  Psychopharmaka sehen, beruhigt und stabilisiert sie durch ihr Selbstverständnis.

Ihre Einstellung zu dem was die Medizin Demenz nennt:

„Es gilt, dafür gerüstet zu sein, dass die Kräfte schwinden, auch die geistigen, und es gilt, dann in guten Händen zu sein  – nicht abgeschoben und ruhiggestellt, nicht mit Medikamenten abgefüllt und zu Tode behandelt, sondern liebevoll, sorgsam und professionell begleitet, beschützt und unterstützt.“
Nachzulesen ist dieses Zitat auf Seite 65,  in: Demenz – der langsame Abschied, einem Ratgeber für betroffene Angehörige, den Heidrun Mildner gemeisam mit Hans-Arved Willberg, schrieb. Diesen Satz habe ich mir spontan angestrichen, weil in ihm exakt das herausgestellt ist, worauf es ankommt.   Mit dem naturwissenschaftlichen Menschenbild alleine lässt sich Altersdemenz nicht verstehen. Ohne den Geist in seiner Dimension einzubeziehen, werden wir weder die Ursachen erkennen noch Propylaxen und Behandlungsmöglichkeiten.
„Wenn wir davon ausgehen, dass Verantwortung und Freiheit des menschlichen Geistes nicht in den  Gehirnfunktionen aufgehen, erscheinen auch die Möglichkeiten der Prävention in einem andern Licht. Fragen des Lebensstils, der Sinnfindung und der Spiritualität erhalten einen anderen Stellenwert.“
Insgesamt wirft das Buch einen anderen Blick auf die Demenz, wie es Alzheimerforschung tut, die sich einseitig nur auf die Gehirnmaterie konzentriert. Denn wer sich, wie Heidrun Mildner, einfühlen kann in die Situation altersverwirrter Menschen, der erspürt auch Ursachenzusammenhänge, bevor die Matierie Veränderungen aufweist.

Heidrun Mildner ist Logotherapeutin, Demenz- und Validationsberaterin. An ihrem Wohnsitz in Herford ist sie mit ihrem Angebot www.herforderherzen.de seit Jahren etabliert.

Darüber hinaus engagiert sich Heidrun Mildner  über den Verein Alzheimer Ethik (AlzEth), seit Ende 2015 als erste Vorsitzende.  Den  Zielen und Leitsätzen von AlzheimerEthik e.V.  sehen auch wir uns verpflichtet.  Frau Mildner und ihr Mann, sowie der zweite Vorsitzende Martin Kusch und weitere Mitglieder von AlzEth sind zugleich Mitglied im Pflege-SHV, während ich (A.v.Stösser) umgekehrt seit 2002  Mitglied bei AlzheimerEthik bin.    Eine unserer  gemeinsamen Aktionen war  diese  Stellungnahme  gegen die geplanten Änderung des Arzneimittelgesetzes, das einer fremdnützigen Medikamentenforschung an Demenzkranken  Tür und Tor öffnen will.

Hinweis:  Wegbereiterin für ein anderes Verständnis von Demenz und eine ethische Grundhaltung in Medizin und Forschung war Renate Demski. 

 

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